Produktivität über Produktivität

Am Sonntag den 3. März war Visuddhi Thero, wie ich schon gen Ende meines letzten Beitrages geschildert hatte, bereits hier bei mir in Matara im Tempel. Auch Naradd Thero sollte folgen. Denn die beiden Mönche, meine Freunde, hatten die Idee mit mir nach Balapitiya zu gehen um dort eine Bootstour auf der großen Lagune zu machen – eine wunderbare Idee. Bei Balapitiya handelt es sich um eine kleine Küstenstadt westlich von Matara, welche gleichzeitig auch die „Heimatstadt“ von Naradd Thero ist.

Entsprechend machten wir uns am Montag den 4. März um 5:30 in der Früh auf mach’s Balapitiya und zum dortigen Wassertour-Anbieter. Dort angekommen ergab sich mit etwas ausergewöhnliches, was sich wohl besser als „Vorteil“ abstempeln lässt wenn man mit Mönchen reist. So wurden wir im Anliegenden chinesischen Restaurant zum Essen eingeladen. Zwar war es kein chinesisches Essen sondern viel mehr Reis und Curry, trotzen schmeckte es wunderbar. Kurz darauf machten wir uns dann mit einem Boot und Fahrer auf den Weg in die trübe Lagune von Balapitiya. Neben der ein oder anderen maximal 10 m^2 großen Insel mit meist einem leer stehenden Haus darauf, bekamen wir wunderschöne „Mangrovenwälder“ zusehen die wir in vereinzelten Einfahrtschneisen queren konnten. Die Schönheit und Stille darin war einfach bezaubernd. Außerdem ankerten wir vor einem schönen Kloster, lokalisiert auf einer der unzähligen Inseln, welches sich vorallem durch seine aufgereihten Mönchs-Statuen kennzeichnete, um dieses zu besichtigen. Zu guter letzt besichtigten wir eine Zimtinsel auf der Lagune. Der darauf Zimt produzierende Familienbetrieb gab ein paar Einblicke in die Kunst der Zimt-Produktion, was aber vielmehr zum Marketing gehörte. Der Hauptgrund war aber nicht unbedingte das Zimt, sondern vielmehr Naradd Theros Bruder welcher Dortmund arbeitet mit dem wir dann in dass ein oder andere Gespräch verfielen. Wieder zurück im „Hafen“ angekommen, wartete die nächste Überraschung auf uns: Der Besitzer des Tour-Unternehmens verlangte kein Geld für den Trip. Für ihn war es vielmehr Ehrensache diesen Trip den Mönchen zu ermöglichen. Gegen Nachmittag gingen wir drei dann noch kurz nach Galle und trotteten über die alten Stadtmauern, ehe wir uns aufteilten. Ich ging zurück nach Matara mit Naradd Thero und Visuddhi Thero fuhr per Bus zurück nach Colombo.

Von links: Naradd Thero, ich, Visuddhi Thero
Naradd Thero und ich in Galle

Mein Dienstag in dieser Woche, hielt sich bezogen auf besondere Aktivitäten relativ in Grenzen. Morgens begleitete ich Naradd Thero per Tuk Tuk zum Bus-Bahnhof von Matara von wo auch wen sich dann auf den Weg nach Colombo machte, ehe ich auf dem Rückweg noch den ein oder anderen Tee-Einkauf tätigte. Wieder am Tempel angekommen, ereilte mich ein Anruf von Nayna-Miss ( einer der Sekretärinnen ) dass ich sie bitte in Matar treffen sollte. Also hieß es kurzer Hand: Wieder auf Nach Matara. Die beiden Sekretärinnen hatten vor mir eine Art Abschiedsgeschenk zu machen, wo für sie meine „Maaße“ brauchte. Was das Geschenk ist Bzw. War, dazu später mehr. Nach diesem Kurztrip wiefern zurück im Tempel angekommen, warteten wir vergeblich auf einen Handwerker der die Kosten der kaputten Nähmaschienen abschätzen sollte. Nach der ein oder anderen verstrichenen Stunde teilte er uns dann „freundlicherweise“ mit dass es heute doch nichts wird – trotz vereinbarten Termin, was mich etwas an nervte. Gen Abend fuhr dann Rev. Vipassi per Tuk Tuk nach Matara um ein paar Sachen zu erledigen. Ich klinkte mich ein und ließ den Abend mit einem Teller Kottu am Matara Beach ausklingen.

Der Mittwoch sollte dann wieder um einiges produktiver werden. So bestellten wir einen Elektriker an den Tempel, mit welchem ich die gesamten Mengel am Haus durch ging, speziell kaputte Lampen und Ventilatoren. Seine Arbeit beschränkte sich aber letzten Endes auf quasi nur einen Kaputten Deckenventilator und auf 2 kaputte Lampenvorrichtungen, da ich am Tag zuvor während der Wartezeit des Nähmaschienen-Handwerkers, alle Mängel behob die ich selber reparieren konnte. Sprich defekte Glühbirnen ausgetauscht, versucht die Regler der Ventilatoren zu reparieren und im Algemeinen bei nicht funktionierenden Lampen getestet ob es alleine an der Glühbirne oder gar an der Elektrizität liegt. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit, kann ich nun behaupten das im ganzen Childrencenter / Warteraum nun jede Elektrische Einrichtung funktionsfähig ist, ausgenommen ein paar Lampen, für die schlichtweg so kurzfristig einfach keine Glühbirnen da waren. Wir werden diese aber selbstverständlich nachkaufen.

An die Produktivität vom Mittwoch setzten wir am Donnerstag direkt wieder an. So machten Nayana-Miss und Ich uns per Bus auf den Weg nach Matara, um vom Computershop all die Reparierten Computer, Bildschirme und Powerguards abzuholen. Mit diesen im Gepäck machten wir uns dann per Tuk Tuk auf den Weg zu einem Möbelhaus. Im Computerraum waren nämlich nicht nur Elektrische-Endgeräte kaputt, sondern auch zwei Bürostühle. Da ich diese in der Kalkulation berücksichtigt hatte, reichten die finanziellen Mittel über um zwei neue Stühle für die Kinder zu erwerben. Auch diese Packten in das Tuk-Tuk ehe wir wieder zurück zum Tempel fuhren. Doch dann: Das böse Erwachen! Ehe wir Computer und Stühle vom Tuk-Tuk entluden, müssten wir feststellen dass die beiden neuen Stühle kaputt waren. Durch die enorm schlechte Straße hoch zum Tempel war die Vibrationen so groß, dass die beiden Lehenen der neuen Stühle heraus gebrochen waren. Meine Laune war danach echt auf dem Tiefpunkt. Und zu sagen ich wäre „angepisst“ gewesen, wäre noch untertrieben. Da das Möbelhaus bereits geschlossen hatte mussten wir auf den nächsten Tag warten um die Schäden zu reklamieren. Den Rest des Donnerstag-Abends verbrachte ich dann noch im Computerraum und baute alle neuen, beziehungsweise reparierten Computer auf. – Zummindest diese hatten die fahrt überlebt, so dass nun 9 von 9 Computern einsatzfähig sind.

Am Freitag Morgen hieß es dann Arbeitsteilung. Der Reparateur für die Nähmaschienen hatte endlich Zeit gefunden, weshalb Kanthi-Miss und ich mit ihm die Nöhmaschienen durchguckten, während Nayna-Miss die kaputten Stühle umtauschte, was auch einwandfrei funktionierte – Zum Glück. Gegen Mittag Brachte ich dann die neuen, diesmal auch ganzen Stühle, hoch in den Computerraum, so dass dieser nun zu 100% repariert beziehungsweise einsatzfähig ist! Außerdem erstellte ich einen Kostenvoranschlag für die Nähmaschienen und leitete diesen an Herrn Samuel Degen weiter. Gegen Nachmittag entschloss ich mich dann den Abend am Strand von Unawatuna ausklingen zu lassen. Jedoch kurz bevor ich das Tempelgelände verlassen wollte überreichten mit Kanthi- und Nayna-Miss mein „Abschiedsgeschenk“. Es war eine silberne Arm-Kette. Einfach wunderschön. Zwar freute ich mich sehr, jedoch gleichermaßen weckte das ganze aber auch ein ungutes Gefühl, da so ein Geschenk ja nicht gerade mit einem finanziell unerheblichen Aufwand verbunden ist. Und ich fragte mich: wofür habe ich mir dass eigentlich verdient, da dass ganze Engagement hier, ja Herzenssache ist!

Mein „Abschiedsgeschenk“, wunderschön aber wahrscheinlich auch viel zu teuer!
Der wunderschöne Strand von Unawatuna, wo ich den produktiven Freitag ausklingen ließ.

Am Samstag stand dann wieder Sedna Unterricht an der Reihe. Auch wenn ich es an den Tagen davor nicht beschrieben habe, war ich natürlich auch in dieser Hinsicht produktiv und bereitete den Unterricht sehr fürn vor. So entschloss ich diesmal eine Teilung fern Unterrichtsstunde bezogen auf einen Grammatikteil und einen Vokabelteil zu machen. So unterrichtete ich die ersten 30 Minuten die, zur Zeit schon sehr komplexe Grammatik, ehe ich in einen Vokabelteil überging. In diesem Grammatikteil versuche ich stets die gelernte Grammatik, anhand neuer Wörter in den Gebrauch um zusetzen. Die Vokabeln selber versuche ich an dem Überthema Deutschland (Landschaft, Essen, Sport, Leute, Kultur) anzuknüpfen, so dass meine Schüler neben der deutschen Sprache auch etwas über Land und Leute lernen. Neben dem erfolgreichen Unterricht, war dieser Samstag auch anderweitig besonders. Ich und meine Eltern entschieden uns nämlich unter der Woche auch Pateneltern von einem der Kinder zu werden. So wurde uns „Dulmi“ als Patenkind gegeben, was wie ich finde ein sehr nettes und liebenswertes Mädchen ist. Nebenbei ist sie auch eine meiner Schülerinnen weshalb ich mich mit ihr sehr lange über die neue Patenschaft und über ihr Bzw. mein Leben austauschen konnte. Ein sehr gelungener Samstag!

Ich und mein neue so Patenkind „Dulmi“, auf der Veranda des Childrencenters.
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